Apolda: Ausgrabungen in der Martinskirche gestartet
Der vielleicht älteste Acker Apoldas wird derzeit unter die Lupe genommen. Dieser befindet sich unter dem Fußboden der ältesten Kirche Apoldas, der Martinskirche, die 1119 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde. Ein Dutzend Container wurden im Januar von den Haupt- und Ehrenamtlichen der evangelischen Kirche Apoldas mit Schutt und Schlacke gefüllt, um den Fußboden im alten Langschiff der Martinskirche freizulegen.
Der Arbeitseinsatz fand zur Vorbereitung der durch den Denkmalschutz vorgeschriebenen archäologischen Arbeiten statt, bevor im März der Umbau des Kircheninnenraums zu einem soziokulturellen Zentrum beginnt. Weiterhin sind jeden Donnerstag ab 13 Uhr Ehrenamtliche beim Arbeitseinsatz vor Ort, um die Schuttberge stückweise weiter abzubauen. An den freigelegten Stellen übernehmen seit dem 17. Januar die Archäologen.
Die Ausgrabungen finden statt, um herauszufinden, was für Bodendenkmale hier vergraben sein könnten. Alle möglicherweise verschütteten Hinweise auf Vorbauten und alles Fundmaterial würden im Rahmen der Arbeiten gesichert, so Christian Tannhäuser, der die Abteilung Praktische Denkmalpflege/Bodendenkmalpflege im Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie leitet. Da die Arbeiten erst begonnen haben, sei im Augenblick noch nicht viel zu sehen.
„Wir hoffen natürlich, dass nichts gefunden wird, oder wenn, dann etwas, wofür alle nach Apolda pilgern“, so Chorleiterin und Organistin Beate Burkert. Wer Lust habe, mitzuhelfen, sei herzlich willkommen. Entstehen wird in der Martinskirche zukünftig ein „Haus im Haus“, das das historische Kirchengebäude unverändert lässt. Das Langschiff wird von den heute funktionslosen Emporen befreit, um im 220 Quadratmeter großen Raum ein nahezu schwebendes Holzobjekt einzubauen. In dieser architektonischen Figur werden Büro- und Sitzungsräume ganzjährig genutzt werden, darunter entsteht eine große Plaza als öffentlicher Ort. Die sakrale Nutzung wird weiterhin hauptsächlich in der Kapelle und deren Chorraum stattfinden. hs
